Anaerobe Schrift. Vom Data Swamp zur algorithmischen Resurrektion
Anaerobe Schrift. Vom Data Swamp zur algorithmischen Resurrektion
Abstract
Data Swamps gelten als Pathologie digitaler Daten: unstrukturierte Sedimente, die Auswertung verhindern. Dieser Beitrag kehrt die Diagnose um und liest den Data Swamp medientheoretisch nicht als defektes Archiv, sondern als eigenständiges, prästrukturell operierendes Schreibregime. Klassische Data Governance, hier als Kreon-Prinzip gefasst, tilgt ex ante nicht Rauschen, sondern Kontext: Konservierung gelingt analog zur Moorleiche nicht trotz, sondern durch Entzug. Large Language Models fungieren als forensische Medien: Sie vollziehen – Schema-on-Read statt Schema-on-Write – eine algorithmische Resurrektion, die keine vorgängige Strukturierung voraussetzt. Der Beitrag schließt mit der IT-Antigone: einer Datenethik des Vorrangs des Befundes vor der Norm.
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Data SwampAnaerobe SchriftMedientheorie des ArchivsLarge Language ModelsDatenethik
